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Mittwoch, 13. Juli 2016

Meine Gedanken rund um unseren Kita Start

In nicht einmal sechs Wochen ist es soweit. Mein Sohn wird den Mutterhafen verlassen und in die große weite Welt Segeln. Aus meinem kleinen Hilfebedürftigem Baby, wird ein großer selbständiger Junge. Wann ist er nur so groß geworden? Bald startet eine neue aufregende Zeit für uns. Sowohl für ihn, als auch für mich. Der erste Kita Tag rückt immer näher und ich versuche im Moment die Zeit einzufrieren. Aber das geht nicht. Jeder noch so schöne und auch unschöne Augenblick, wird von mir aufgesogen, um ihn in meinem Kopf zu speichern. All diese Dinge möchte ich mir für später aufbewahren und abrufen, wenn ich mal traurig sein sollte und meinen kleinen Jungen vermisse. Während ich weinend zu hause sitze, wird er wahrscheinlich vergnügt mit seinen neuen Freunden spielen und Spaß haben. Mama ist zwar nicht da, doch sie kommt immer wieder, denkt er sich bestimmt. Zumindest hoffe ich das. Es stellt sich mir die frage, "War ich eine gute Mutter bisher?". Habe ich meinem Sohn genug in seiner Persönlichkeit gestärkt, ihm genug vertrauen, Zuwendung und liebe gegeben? Sind seine Wurzeln stark genug verankert, damit seine Flügel  demnächst wachsen können? Ich hoffe es so sehr und wenn nicht, dann bin ich da um ihn aufzufangen.





Manchmal habe ich das Gefühl, das wir viel mehr lachen, kuscheln und einfach nur beisammen sein wollen. Mein Sohn fordert meine Aufmerksamkeit noch mehr ein. Alles darf nur ich machen. Manchmal, da sieht er mich einfach nur an. Schaut mir ganz tief in die Augen und lächelt mich an. Manchmal streichelt er mir dabei auch den Arm. Ein wunderschöner Moment und das macht mich einfach nur glücklich. Vielleicht merkt er einfach, das es demnächst anders sein wird. Das wir dann für ein paar Stunden getrennt sein werden. Aber ich werde ihn so lange begleiten, bis er sich sicher und wohl  fühlt in seiner neuen Umgebung. Niemand wird uns hetzen und alles wird nur nach seinem Tempo gehen.




Jetzt wo das Wetter schöner wird, unternehmen wir sehr viel. Das Fahrrad steht nicht mehr still und es geht jeden Tag raus in die Natur. Wälder, Felder und Bauernhöfe werden erkundet. Jeder Grashalm und jedes Tier wird erforscht. Die Zweisamkeit tut uns richtig gut und jeder Moment wird ausgekostet. Wir gehen Hand in Hand über Stock und Stein. Ich trockne seine Tränen und er meine. Wir sind eine Einheit und lernen voreinander. Er zeigt mir wieviel Freude es macht, durch eine Pfütze zu laufen. Wie wunderschön ein Schmetterling ist. Das es egal ist, ob der Boden klebt und der Staub sich Zentimeter hoch stapelt. Es ist egal, wenn nicht immer alles nach Plan läuft. Die Gegenwart, das hier und jetzt zählt. 




Mein "Baby" wird groß und ich bin sehr stolz auf meinen Sohn. Stolz darauf, wie gut er alles meistert. Wie selbständig er geworden ist. Sein Charakter formt sich und ich versuche ihm die Möglichkeit zu geben, sich zu entfalten. Ich muss lernen ihn ein Stück weit los zu lassen. Er soll seine eigenen Erfahrungen machen. Seine Welt erkunden. Mit all seinen sinnen und Möglichkeiten.




Ich habe die zweieinhalb Jahre sehr genossen mit meinem Sohn. Es war die richtige Entscheidung so lange zu warten mit der Kita. Jedes erste mal, habe ich mit erlebt. Sein erstes Lachen, sein erstes weinen, sein erstes Glucksen, sein erstes Schnarchen, sein erstes Schmatzen, sein erstes auf den Bauch drehen, seine ersten krabbeln versuche, seine ersten Schritte in meine Arme, seinen ersten Wutanfall, seinen ersten Kuss, sein erstes Wort, seine erste Umarmung, seinen ersten Zahn. All das und noch vieles mehr durfte ich, seine Mama, als erstes miterleben. Momente die ich nie mehr vergessen werde! Wertvolle Augenblicke die mir keiner mehr nehmen kann. Jetzt bin ich bereit, ihn los zu lassen. Auch wenn es mir bestimmt nicht leicht fallen wird. Aber auch das werden wir gemeinsam schaffen. Ich vertraue meinem Sohn und auch den Erzieherinnen unserer zukünftigen Kita. Insgesamt sehe ich es aber sehr positiv. Sowohl für mich, als auch für meinen Sohn. Während mein Kind gut versorgt ist, werde ich die erste  Zeit für mich nutzen. Ich sehe es als kleines Geschenk an. Seid der Geburt meines Sohnes bin ich 24 Stunden im Einsatz. Was ich von Herzen gerne getan habe. Und auch weiterhin sein werde! Aber diese kleine Auszeit werde ich nutzen, um mal etwas für mich zu tun. Wie z.B. im Bett Frühstück, einfach noch etwas schlafen, mal alleine zur Toilette gehen oder duschen, mich um meinen Blog kümmern, Freunde treffen und solche Sachen halt. Und nach dieser Zeit, wenn ich genug Kraft getankt habe, werde ich wieder halbtags Arbeiten gehen. Darauf freue ich mich am meisten. Manchmal fehlt mir mein Job schon sehr. Ich gehe zwar seid einem Jahr wieder arbeiten, jedoch "nur" zwei Wochenenden im Monat. Das ist wirklich nicht viel. Aber dann kommen mir hin und wieder diese Gedanken in den Kopf. "Werde ich das alles unter einen Hut bekommen?" "Kann ich mir und auch meiner Familie gerecht werden?" Ich weiß es nicht. Die Zeit wird es zeigen und ich bin schon gespannt was uns demnächst alles erwarten wird.

Wie habt Ihr euch gefühlt, als der erste Kita immer näher rückte? 


Sonntag, 3. Juli 2016

Unser Wochenende 02.07.-03.07.

Das erste Wochenende im Juli ist nun schon wieder vorbei,
 wir haben viel Erlebt und viel gelacht. Aber seht selbst. 


Samstag morgen schaute ich nach meinen Tomaten
die ich seid Wochen liebevoll pflegte. Und nun wurde
meine mühe belohnt. Ich konnte meine erste Tomate
ernten! Sie war wirklich köstlich und ich freue mich 
auf die nächsten die ich ernten darf. 


Während meine Männer sich mit (gefühlt) tausenden
Duplo Steinen beschäftigten, wollte ich eigentlich
nur mal schnell zum DM. Eigentlich. Blöd nur wenn
H&M auf dem gleichen Weg liegt *unschuldigguck*.
Somit hab ich mir spontan diese Bluse mitgenommen.
Wobei ich erst ziemlich skeptisch war, denn Blusen
sind eigentlich überhaupt nicht mein Fall. 
Mittlerweile gefällt es mir eigentlich ganz gut. 


Nach meinem Shopping morgen ging es dann in den
Wildpark und vor dem Eingang erwartete uns wie
immer die Enten Familie. 


Das ist mein Lieblingsbild vom Wochenende.
Vater und Sohn, Hand in Hand. Der Sohnemann
ganz stolz mit seinem Rucksack. Und nebenbei, 
lieb ich meinen Verlobten dafür, das er mir bei 
Ausflügen immer meine Handtasche trägt <3


Unseren liebsten Murmeltiere haben uns auch wieder
freudig begrüsst. 



Pilze wohin das Auge reicht! Für meinen zukünftigen
ein graus, denn er ekelt sich vor Pilzen. 


Mein Persönliches Highlight an dem Tag war diese 
wundervolle Bären Familie. Eine Bären Mama die 
ihre Babys Stillt. Ist das nicht toll? 


Während der Sohnemann schlief, der Mann außer Haus war,
machte ich es mir auf dem Sofa gemütlich und versuchte
noch etwas für meinen Blog vorzubereiten. Doch dazu kam es
nicht wirklich. Seht ihr was unsere Katze da tut? Sie hat die 
Zunge heraus gestreckt! Ich konnte nicht mehr vor lachen. 
Da sah so ulkig aus. Vorbei was es mit der Konzentration.


Sonntag morgen machten Jonas und ich uns auf den
Weg zum Bäcker um Brötchen zu holen. Der Papa
durfte noch etwas schlafen. 


Frische Eier dürfen bei einem guten Sonntags-
frühstück auch nicht fehlen. 


Wie ich ja eben schon berichtet habe, war ich am 
Samstag bei DM und hab natürlich nicht nur
Waschmittel etc. gekauft, neeeeiiin. Ich hab mir noch
so ein "Dings" mitgenommen um mal vom typischen
Mama Dutt weg zu kommen. Ist sehr praktisch und 
sieht noch ganz hübsch aus wie ich finde. 


Und Sonntags ist meist der Tag an dem ich mich mal 
etwas "Hübsch" machen kann für meinen Verlobten
und für mich selbst natürlich. Also Mama Dutt weg,
dafür gab es etwas Spachtelmasse und dieses "Dings"
in die Haare! Fertiiiggg. 


Wir sind dann nach dem Frühstück zu meinen
Schwiegereltern gefahren, um mein Fahrrad 
flott zu machen. Denn....


wir haben uns endlich einen Fahrradanhänger gekauft!
Jetzt kann es los gehen mit den Spießer Eltern Aktivitäten. 
Ich bin also erstmal eine kleine Runde alleine durchs Dorf
gefahren, um ein Gefühl dafür zu bekommen. Alles lief
Prima und ich war Happy. Jetzt wollte ich das ganze mit Jonas
im Anhänger Testen. Ich war etwas skeptisch ob er auch wirklich
darin sitzen bleiben würde. Also fuhr die Schwiegermutti hinter 
uns her, um das ganze zu beobachten. Es klappte alles super.
Jonas saß hinten drin und winkte wie die Queen. 
Über uns war eine "kleine" schwarze Wolke, doch wir dachten,
sie würde an uns vorbei ziehen. Wir fuhren also weiter. 
Großer Fehler! Ein paar Minuten später schüttete es wie aus Eimern.
Tja, Pech für uns. Also wieder alles zurück, doch das machte 
nun auch nichts mehr. Wir waren nass bis auf die Unterhose,
aber meine Schwiegermutter und ich konnten nichts anderes
tun als Lachen. Blöd nur das ich mich vorher so aufgebrezelt 
habe und mir das Haarspray in die Augen lief. Egal. Es
war mega Lustig! 


Somit wurde ich dann von der Beauty Queen zur Gammel- Assi Queen.
Butze und Shirt vom Mann. Schuhe und Socken von der Schwiegermutti.
Zu Hause habe ich mich erstmal umgezogen. Brrrr. Und als Belohnung
für diesen aufregenden Tag, gab es dann was vom Liebsten China Imbiss. Yammy. 


Freitag, 17. Juni 2016

Schaaatz! Kommst du mal bitte schnell....!

Ich weiß ja nicht wie es bei euch so ist, aber bei uns heißt dieser Satz " Schaaatz! Kommst du mal bitte schnell....!" nie etwas gutes. Sobald dieser Satz mit einer dramatischen Stimmlage ertönt, gehen bei mir alle Alarmglocken an oder die des Mannes. Irgendwie hat sich das zu unserem Krisen Codewort entwickelt in unserer Familie. Einer von uns stürmt dann gleich in die Richtung des Hilfesuchenden und versucht erstmal die Sachlage zu analysieren. Bei Ankunft werden erstmal auf einen Blick die zwei wichtigsten Dinge abgecheckt. Erstens, Leben alle noch? und Zweitens, Kann ich irgendwo Blut sehen? Wenn ich diese zwei Fragen positiv beantworten kann, dann scheint es vorerst nicht ganz so schlimm zu sein. Manchmal ist es tatsächlich nur halb so wild, wie es sich im ersten Moment anhört. Als sich dieses ganze Ding mit dem Codewort entwickelte, war unser Sohn frisch geschlüpft. Gerade am Anfang, wenn noch alles neu ist mit so einem kleinem Würmchen, ist man ja eh stets in hab acht Stellung. Bei jedem pieps wird alles fallen gelassen und sich vergewissert das auch alles in Ordnung ist. Als ich diesen Satz das erste mal hörte, stand mein Zukünftiger mit unserem Sohn das erste mal alleine am Wickeltisch. Meine Alarmglocken gingen sofort an und ich brüllte " Ich hab dir doch gesagt du sollst ihn nicht alleine auf dem Wickeltisch lassen!!!" Noch bevor ich wusste was los ist, malte ich mir die schlimmsten Dinge in meinen Kopf aus. Mein Sohn liegt leblos am Boden, er blutet oder hat etwas gebrochen. Ich kam also am Ort des Geschehens an und sah meinen Sohn quietschend auf dem Wickeltisch liegen. Doch dann sah ich zu meinem Freund und sein Gesicht sah aus wie eine zerquetschte Limo Dose. Ich schaute ihn ganz entsetzt und fragend an und sagte "Was ist denn bloß passiert?" Er zeigte auf die Windel und schaute mich an. Ich konnte nur mit den Schultern zucken und das Fragezeichen in meinem Gesicht wurde immer größer. Er würgte und stammelte "Die Pampers *würg*.... Ist voll....". In dem Moment musste ich so laut los lachen. Dafür versetzte er mich so in angst und Schrecken!? Wir haben das "Problem" dann gemeinsam gelöst und die Krise überwunden ;-)

So setzte sich unsere Tradition bis heute fort und gestern Abend war es dann mal wieder so weit. "Schaaatz! Kommst du mal bitte schnell...!". Meine beiden Männer hielten sich im Badezimmer auf, während ich die Küche aufräumte. Mittlerweile spurte ich nicht mehr im Galopp durch die Wohnung, sondern lasse mir etwas mehr Zeit. Ich machte die Türe zum Badezimmer auf und sah meinen Mann hektisch durch Jonas Haare wuscheln. "Was machst du da?" fragte ich ihn. Er sah mich etwas blass an und sagte "Jonas blutet irgendwo am Kopf! Schau doch mal da. Alles voller Blut! Wo kommt das denn jetzt auf einmal her?". Ich sah mir das ganze in ruhe an und fand auch schnell die "Ursache" für das ganze "Blut". Ich schaute meinen Geliebten Mann an und grinste. Ich nahm etwas von dem "Blut" und probierte es. "Schmeckt irgendwie nach Erdbeermarmelade Schatz". Mein hämisches lachen konnte ich leider nicht verbergen. Es war einfach nur zu komisch. Aber süß wie viel sorgen er sich macht. Was auch schlimm wäre, wenn er es nicht tun würde. Ich zog ihn noch eine weile damit auf, denn bei solchen komischen Dingen die bei uns zu Hause passieren, muss ich einfach etwas länger drüber lachen. 

Wie ist das denn bei euch in der Familie. Habt ihr auch so spezielle Codewörter/ Codesätze und die dazu passenden Geschichten? Erzählt doch mal aus dem Nähkästchen!



Dienstag, 7. Juni 2016

Meine Stillbeziehung zu meinem Sohn

Mein Kind sollte nur das beste bekommen!

Während meiner Schwangerschaft stellte man mir irgendwann immer häufiger die Frage "Und, möchtest du denn auch stillen?!". Ich habe immer ganz spontan und ohne zu zögern mit JA geantwortet. Ich habe mich nie großartig mit diesem Thema auseinander gesetzt und doch stand für mich immer fest, das das zum Mama werden, Mama sein dazu gehört. Mein Kind sollte schließlich nur das beste bekommen! Zudem war es das natürlichste auf der Welt und kostengünstig. Meine Erwartungen an das Stillen waren, das ich es versuchen möchte und nicht gleich von vornherein ablehne. Doch dieses Thema stand bei mir nie im Vordergrund, hab mir nicht wirklich viel dazu durchgelesen und mir nur für mich, das wichtigste gemerkt.

Ich lehnte mich sehr weit aus dem Fenster

Ich kann mich noch sehr gut an einen Abend im Geburtsvorbereitungskurs erinnern. Fünfzehn schwangere Frauen und eine Hebamme, die uns alles zu diesem Thema erzählen wollte. Ihre erste Frage an uns lautete "Wer von Ihnen möchte denn Stillen?" Alle, bis auf eine hielten die Hand hoch. Leises flüstern und empörte Gesichter machten sich breit. Ja, ich war auch mit dabei. Damals konnte ich es einfach nicht verstehen, warum diese Schwangere Frau es von vornherein ablehnte. Sie sagte nur, das sie es nicht möchte und sie sich bei dem Gedanken allein schon unwohl fühlt. Ich war fassungslos über ihre Aussage. Doch die Hebamme stutzte uns gleich zurecht und verlangte etwas mehr Respekt von uns. Schließlich müsste dies jede Frau für sich selbst entscheiden. An diesem Abend ging ich mit dem eisernen Entschluss nach Hause, egal was kommt, ich werde es versuchen! Für mein Baby und für mich selbst. Das Thema war erstmal durch und schnell wieder vergessen.

Mein Glückstropfen 

Sechs Wochen vor der Geburt meines Sohnes, passierte es. Mein Freund lächelte mich an, zeigte auf mein T-Shirt und sagte " Ich glaub du verlierst da was". Ich schaute an mir herunter und sah einen großen runden Fleck. Stolz fing ich an zu grinsen und freute mich über meine ersten tropfen Muttermilch. Ach was war ich glücklich darüber. Und da war er wieder, mein eiserner Entschluss zu Stillen. Jeden Tag schaute ich gebannt, ob es mehr werden würde. Ich kaufte mir die ersten Stilleinlagen und war bereit, meinem Kind alles zu geben. Niemand konnte mich mehr von meinem Entschluss abbringen.

Unser erster Still Moment 

Der Tag der Geburt war gekommen und unser kleines Wunder war endlich bei uns. Ich hielt meinen Sohn fest im Arm und schaute ihn an. Er war so perfekt und wunderschön. Die Hebamme verließ den Kreißsaal und sagte zu mir " Ich lass sie dann mal alleine und wenn ich wieder komme, dann helfe ich Ihnen beim ersten anlegen". Okay, dachte ich mir und konnte es kaum noch abwarten. Doch dann fing dieses kleine Wesen an zu weinen. Instinktiv legte ich meinen Sohn einfach an und dieses Gefühl war einfach nur unbeschreiblich schön. Es war wie zwei Magnete die sich anziehen und einfach zueinander gehören. Als die Hebamme wieder kam sagte sie "Oh, da waren sie wohl schneller als ich. Das haben sie gut gemacht!". Ich war stolz wie Oskar und nun stand dem nichts mehr im Weg! Ich war so glücklich darüber. Und diese einmalige Verbindung zu meinem Kind, war unglaublich schön. Niemand kann mir diesen wundervollen Moment mehr nehmen und ich erinnere mich gerne daran.

Doch die ersten Probleme ließen nicht lange auf sich warten!

Doch die ersten Probleme fingen schon kurze Zeit später an. Ich bekam von den Schwestern ein Notiz Zettel um aufzuschreiben, wann und wie lange ich gestillt habe. Allein dies ständige aufschreiben machte mich total nervös. Wie sollte ich mir das denn nur alles merken, wenn man mit nichts anderem beschäftigt ist als Stillen und Schlafen? Zudem sollte ich bei jedem Stillen ins Stillzimmer, damit sich die Schwestern vergewissern konnten, das ich auch alles richtig mache. Es war mir unangenehm, vor den anderen Müttern zu sitzen und zu Stillen. Ich wollte diese Momente nur für mich und meinen Sohn haben. Ganz ungestört, ohne das Klingeln des Telefons und der ständige Verkehr in diesem Raum. Zudem kommt noch ,das ständig eine Schwester meine Brüste anfasste um zu gucken ob ich auch Milch habe. Oder sie korrigierte die Position von mir und meinem Baby. Ständig fummelte einer an mir herum und ich fühlte mich unwohl dabei. Denn für mich fühlte es sich immer richtig an was ich tat. Doch niemand verstand das so wirklich. Es hieß dann meist, so etwas müsste ich erst lernen und sie hätten ja Jahrelange Erfahrungen damit. Ich wollte dann so schnell wie möglich nach Hause und es so machen, wie ich es für richtig hielt. Wollte die Kostbaren Augenblicke für mich und meinen Sohn alleine haben, ohne das ständige Gemecker von " Allwissenden".

Die Hebamme die nie Zeit für mich hatte...

Doch zu Hause wurde es nicht besser. Der Baby Blues hatte mich erwischt, die Hormone spielten total verrückt und ein Heulkrampf nach dem anderen überkam mich. Mein Baby schrie ununterbrochen und ich wusste einfach nicht warum. Ich Stille so oft ich konnte (doch meistens wurde meine Brust angebrüllt/verweigert), trug ihn 24 Std. an meinem Körper und schaute das es ihm an nichts fehlte. Doch er schrie weiter. Ein paar Tage später rief ich meine Hebamme an, ob sie nicht mal vorbei kommen könnte. Erklärte ihr die Situation und bat sie um Hilfe. Doch sie konnte nicht, wie so oft. Meine Probleme wurde meist nur am Telefon besprochen und somit wurde ich mit meiner Angst allein gelassen. Als sie dann aber doch mal Zeit gefunden hatte, machte ich ihr verheult und voll Babykotze die Haustüre auf. Sie schaute mich an und sagte " Was ist denn los bei dir? Warum weinst du denn?" Irgendwie überkam mich alles an diesem Tag. Mir fehlte der Schlaf, das ganze Stillen machte mich total verrückt, meine Brüste sind fast geplatzt vor lauter Milch, ich brauchte eine Dusche und es war niemand da der mich und meine Probleme ernst nahm. Ich war einfach nur verdammt froh sie zu sehen und hoffte, das sie mir helfen konnte. Ihre erste Frage war, wie oft ich meinen Sohn anlegen würde bzw. in welchen Zeitabständen. Ich sagte ihr, immer wenn er Hunger hat. Ihre Augen wurden ganz groß und ich wurde erstmal belehrt. " Du darfst nur alle 3-4 Stunden Stillen! Er gewöhnt sich zu sehr daran, das du immer verfügbar bist und er muss wissen, das es höchstens alle 3 Stunden was zu essen gibt". Öhm, okay. Ich fragte sie, aber wenn er doch nun mal Hunger hat oder einfach nur bei mir sein möchte? Wie soll ich das denn machen? Ich kann doch mein Kind nicht brüllen lassen!  Doch das dies totaler Schwachsinn ist, weiß ich mittlerweile auch. Dann erklärte sie mir etwas zum Thema schreien. Sie sagte " Du darfst nicht immer gleich für jeden mucks aufspringen und ihn aus seinem Bett holen! Er merkt sich das und dann tanzt er dir auf der Nase herum!". Ich war in dem Moment total irritiert und geschockt. Wollte sie mir gerade erklären, das ich mein Baby schreien lassen soll??? Puh. Nun gut, ich befolgte ihre Ratschläge, weil ich mit allem sehr überfordert war, auch wenn das gegen meinen Instinkt ging. Sie war immerhin 3 fach Mutter und 30 Jahre in ihrem Job. Sie muss es wissen!

Das Ende unserer Stillbeziehung 

Ich versuchte es am nächsten Tag. Doch das ganze machte es noch viel schlimmer! Bis am Abend, als mein Freund nach Hause kam, mich und unseren Sohn total erschöpft im Bett vorfand habe ich es versucht. Er sagte " Schatz, lass es Bitte sein. Das bringt doch nichts. Mach es doch wieder so, wie du dich wohl fühlst und für richtig empfindest". Ja! Er hatte verdammt noch mal recht. Und das tat ich dann auch. Ich schrieb meiner Hebamme eine Nachricht, das ich ihre Hilfe nicht weiter benötige. Ab jetzt galten nur noch meine Instinkte als Mutter. Doch ich bereute es ganz schnell. Das mit dem Stillen wollte einfach nicht klappen. Meine Büste wurden zuletzt nur noch angebrüllt und das machte mich echt verrückt. Nach und nach verlor ich die Lust daran. Es war nur noch eine Qual für mich und mein Baby. Es setzte mich sehr unter Druck das ganze. Vor allem wenn ich immer wieder von anderen Müttern hörte, wie toll doch alles klappt bei ihnen. Irgendwann hatte ich das Gefühl, die Verbindung zu meinem Kind zu verlieren. Das machte mir sehr große Angst. Ich war einfach nicht in der Lage mein Kind zu ernähren, ihm liebe und Geborgenheit zu geben. Jeden Tag an dem es schlimmer wurde, machte ich mir sehr große Vorwürfe. Das machte mich wirklich Psychisch und Physisch kaputt. Nach acht Wochen konnte ich nicht mehr und begann langsam mit dem abstillen. Jede Flasche die ich meinem Sohn gab, zerriss mir das Herz. Ich fühlte mich schlecht und als Versagerin. Jedes nicht Stillen, tat weh. Ich vermisste diese Verbindung zwischen uns und doch war sie irgendwann weg. Auch jetzt noch, nach über zwei Jahren kommen mir noch die Tränen, wenn ich daran denke. Und auch jetzt, fühle ich mich noch als Versagerin. Ich habe mein bestes gegeben und doch verloren. Wie gerne würde ich die Zeit zurück drehen und noch mal neu mit dem heutigen wissen anfangen. Doch das kann ich nicht. Leider. Vielleicht hätte ich einfach noch mehr dafür geben müssen, das es funktioniert. Doch meine Kraft ließ es einfach nicht zu. Bin ich eine schlechte Mutter? Oft habe ich gedacht, das ich einfach keine Mama sein kann. Das es einfach nichts für mich ist. Das ich unfähig bin, meinem Kind das zu geben was es benötigt. Fast jeden Abend wenn mein Freund nach Hause kam, musste er mich auffangen. Er sprach mir immer wieder Mut zu und sagte mir, das ich eine gute Mutter bin. Sogar die beste für seinen Sohn. Er hat niemals an mir gezweifelt und immer an mich geglaubt. Ich Danke ihm sehr dafür und ohne ihn, weiß ich nicht, was heute wäre. Ich hatte mir das Stillen vielleicht doch viel zu einfach vorgestellt. Vielleicht hätte ich die Hilfe der Schwestern doch annehmen sollen, anstatt mein eigenes Ding durch zu ziehen. Ich kann es nicht mehr ändern und doch schwirrt es noch in meinem Kopf. Neid und trauer macht sich in mir breit, wenn ich andere Mütter Stillen sehe oder Bilder von Stillenden Müttern sehe. Sie haben doch so ein Glück und können es genießen. An manchen Tagen ist es besonders schlimm. Es hat mir so viel bedeutet, doch die Zeit war zu kurz, um es richtig zu genießen. Es tut gerade einfach so gut, das ganze mal los zu werden und es fällt wirklich eine kleine last von meinen Schultern. Doch ich werde wohl immer innerlich sehr traurig sein, wenn es um dieses Thema geht.


Freitag, 27. Mai 2016

Zeit für mich / Open Air mit Stefanie Heinzmann


Einige von euch hatten es bestimmt schon mitbekommen, das ich diese Woche auf einem Open Air Konzert von Stefanie Heinzmann war. Ja, auch bei uns auf dem " Dorf" ist mal was los. Ganz Spontan habe ich mich dazu entschlossen, dort hin zu gehen. Ich war selbst etwas überrascht von mir, denn seid dem ich Mutter bin, habe ich meine Aktivitäten ausschließlich zwei Monate im voraus geplant. Aber da die Veranstaltung nur fünf Minuten von zu Hause weg war, wäre ich im Notfall auch schnell wieder daheim gewesen. Typisch Mutti halt ;-)

Ehrlich gesagt, ging es mir auch in erster Linie nicht darum, diesen Star zu sehen. Ich bin weder Fan noch Groupie von ihr (was sich nach dem Konzert aber geändert hat!). Der Hauptgrund war eher, das ich es mal wieder bitter nötig hatte vor die Tür zu kommen. Und natürlich mal wieder Zeit mit meiner besten Freundin zu verbringen. Denn meistens ist ja mehr als ein Plausch mit Kaffee nicht drin, wenn das Kind noch zu Hause betreut wird.

Und ja, irgendwie habe ich mich in den letzten Monaten doch etwas selbst vernachlässigt. Meine Zeit, Energie und Kraft habe ich voll und ganz meinem Sohn und meiner Familie gewidmet. Was auch für mich selbstverständlich ist und ich gerne tue. Und ja, ich habe mich damals bewusst für eine Familie entschieden. Mit allem was dazu gehört. Aber dennoch bin ich nicht nur Mutter, sondern auch noch ICH!

In den letzten Wochen habe ich gemerkt, das ich gar nicht mehr so richtig am Leben teil genommen habe. Es gab kaum eine Auszeit für mich. Ich habe es einfach nicht gemerkt oder wahr genommen, das es auch noch ein Leben außerhalb meiner wundervollen Familie gibt. Als Mutter stellt man einfach gnadenlos seine eigenen Bedürfnisse in den Schatten und reagiert nicht mehr darauf, was man selber möchte. So selbstlos kann wirklich nur eine Mutter sein! Glaube ich. Mir geht es auf jeden Fall so.

Ich lief also bei uns durch die Stadt und sah schon die Plakate überall hängen." Ach wie gerne würde ich da hin gehen.", dachte ich mir insgeheim. Doch warum gehen ich denn nicht einfach? Was spricht denn dagegen? Ja nichts! Also rief ich gleich meine Freundin an und fragte sie, ob sie mich begleitet. Ihre Antwort war natürlich ja. Was mich wirklich sehr freute. Endlich ein bisschen Zeit nur für mich und meine Freundin. Das ist wirklich so selten geworden und dennoch ist sie immer noch an meiner Seite. Das muss wirklich wahre Freundschaft sein. Was ja auch nicht mehr oft zu finden ist. Gerade wenn man Kinder hat. Man stößt doch oft auf Unverständnis, wenn man Verabredungen nicht einhalten kann oder das Kind zum fünften mal krank ist hintereinander. Ich bin wirklich sehr froh darüber, das ich so eine Loyale, Verständnisvolle und geduldige Freundin habe.

Vorgestern Abend war es dann soweit. Etwas nervös war ich ja schon ein wenig, aber das legte sich auch ganz schnell wieder, nachdem ich meine Freundin zu Hause abholte. Wir machten den gleichen quatsch wie früher und es fühlte sich gut an. Wir lachten über die selben Dinge und es war, als wäre die Zeit stehen geblieben. Am Ort des Geschehens holten wir uns erstmal einen Hugo. Serviert in einem Pappbecher! Lecker.


Hier das Beweis Foto ;-) 


Ich bin so froh darüber, das ich dort war. Es war ein super mega geiler Abend! So viel Spaß hatte ich wirklich schon lange nicht mehr. Und ich kann jeder Mama nur raten, auch mal ein kleines bisschen an sich zu denken. Egal was es ist, tut es einfach, wenn ihr die Möglichkeit dazu habt. Es wird euch garantiert gut tun! Ich habe beschlossen, das ich das jetzt mal öfter machen möchte, wenn es die Zeit zu lässt. Denn auch ich als Mama, brauche einfach mal eine kleine Pause.


Und für diejenigen, die es noch Interessiert, habe ich noch eine paar Bilder und Videos ;-)









Montag, 23. Mai 2016

Ein Heiratsantrag und viele Schmeicheleien

Wie ihr ja schon in meinen Freitags Impressionen lesen konntet, musste ich am Wochenende wieder Arbeiten. Dieses mal war ich zu Gast auf der Chirurgie. Ich muss ja ehrlich sagen, das dass mal so gar nicht mein Gebiet ist. Diese ganzen Knochenbrüche, Blinddärme und Mandel Geschichten reizen mich ja mal so gar nicht. Aber manchmal kann ich es mir eben nicht aussuchen auf welcher Station ich bin.

Der Dienst begann wie immer um sechs Uhr in der Früh. Zeit für ein Käffchen war leider nicht, denn die Masse an Patienten wollte versorgt werden. Ich widmete mich den etwas aufwändigeren Patienten und stürzte mich ins Getümmel. Mein erster Patient war nicht sonderlich gut gelaunt, aber es nutzte ja alles nichts. Er beschwerte sich erstmal über die weck Zeiten. Tja guter Mann, die habe ich leider auch nicht gemacht. Recht hat er. Aber wie immer sind wir Schwestern schuld. Ich begann meine Arbeit und das Mosern ging weiter. Das Wasser zu warm, das Licht zu hell, das falsche Duschgel, die falsche Unterhose und so weiter. Alles in allem etwas unzufrieden, doch ich hatte Nachsicht mit dem armen Mann. Er hatte es wirklich nicht leicht mit seinem Künstlichen Darmausgang. Aber irgendwann haben wir es dann geschafft und er war doch etwas froh, sich etwas frischer zu fühlen.

Der nächste Patient war ein besonderes Schätzchen und seine Geschichte wirklich traurig. Als seine Frau vor ein paar Jahren verstorben ist, hat er angefangen zu Trinken. Er ist vollkommen von der Bahn gekommen und hatte leider niemanden, der ihn aufgefangen hat. Das ganze führte irgendwann dazu, das er beide Füße verlor. Trotz allem war er ein sehr netter Mensch. Ich half ihm also beim Waschen und er erzählte währenddessen ein paar wirre Geschichten. Als wir fast fertig waren, sagte er, " Komm mal etwas näher. Ich muss dir was sagen". Ähm, okay. Ich ging etwas näher heran mit meinem Gesicht. " Noch näher!" Jetzt wurde es heikel. Meistens endet so etwas nicht gut. Ich ging noch ein kleines Stückchen näher heran. Er bewegte nur seine Lippen. Doch im Lippen ablesen war ich nicht sonderlich gut. Zumal sein Vollbart es nicht gerade leichter machte. Ich sagte ihm, das ich ihn nicht verstehe. Und dann kam plötzlich das, " ICH LIEBE DICH. Willst du mich Heiraten?". Ich musste erstmal schmunzeln und war peinlich berührt. Leider musste ich ihm sein Herz brechen und sagte, " Ich fühle mich sehr geehrt, aber ich bin leider schon Verlobt". Er war beleidigt, drehte sich um und knabberte seine Plätzchen. Wovon ich übrigens nichts ab bekam, wie er sagte. Pech für mich. Nur gut das er mir den Antrag erst nach dem Waschen gemacht hatte. Sonst hätte ich ein Problem gehabt.

Im nächsten Zimmer ging es dann weiter mit den Schmeicheleien. Zwei Herren im mittleren Alter, die versuchten mein Alter zu schätzen. Das ist übrigens eines der Lieblings Beschäftigungen bei Männern im Krankenhaus. Erraten wie Alt die Schwestern sind. Nervt mich ja Persönlich schon etwas. Nicht die Tatsache, mein Alter Preis zu geben. Sondern diese unterschwelligen Anmach versuche. Aber es gibt dann immer gleich eine nette, forsche und passende Antwort von mir, sodass es keine weiteren Versuche mehr gibt. Meistens ist es dann auch gut und die Männlichen Patienten benehmen sich wieder wie Erwachsene. Mein geschätztes Alter lag übrigens bei 24. Knapp daneben, wenn man mal bedenkt, das ich dieses Jahr schon 30 werde.

Alles in allem, ein ganz normales Arbeitswochenende für mich!




Donnerstag, 12. Mai 2016

Mama, NEIN!

Diesen zwei Wort Satz, höre ich in den letzten Wochen mehrmals täglich. Seid dem mein Sohn das kleine Wörtchen "NEIN " für sich entdeckt hat, ist es gar nicht mehr weg zu denken. Es ist wie eine Mini Schallplatte in seinem Kopf. Nur das die anscheinend irgendwie kaputt zu seien scheint. Vorübergehend. Hoffe ich. Denn unsere Gespräche verlaufen meist so ab:

"Jonas, holst du bitte deine Jacke?."
" NEIN!"

" Darf ich dir bitte die Schuhe anziehen?"
" NEIN MAMA!"

"Möchtest du etwas essen?"
" NEIN!"

" Sollen wir auf den Spielplatz gehen?"
"NEIN!"

Einfach alles ist im Moment NEIN. Außer es geht sich um Oma/Opa oder Schokolade. Dann gibt es meistens ein kleines Ja. Das ist aber wirklich die Ausnahme. Und soll ich euch mal etwas beichten? ICH KANN ES BALD NICHT MEHR HÖREN! Egal was ich sage oder mache, es wird zu 99% immer mit dem selben Wort beantwortet oder kommentiert. Es wäre langsam wirklich mal wünschenswert, das er ein paar neue zwei Wort Sätze lernt wie zum Beispiel, Super Mama, Gerne Mama... ;)

Ich liebe meinen Sohn abgöttisch und ich kann ihm nicht mal wirklich böse darüber sein. Denn irgendwie ist es ja schon toll zu sehen, wie er seinen eigenen Charakter formt und seine Grenzen austestet.

Er Stemmt seine Hände in die Hüften, zieht die Augenbrauen ganz tief nach unten, macht einen kleinen schmoll Mund und sagt ganz ernst "NEIN MAMA!". Innerlich bin ich dann immer zweigeteilt. Das ist wie mit dem Engelchen und Teufelchen, die in Trickfilmen immer auf der Schulter sitzen.

Das Engelchen sagt: " Ach schau dir diesen süßen kleinen Jungen an. Mit seinem Stroh blondem Haar, seinen Stahl blauen Augen und seinem süßen lächeln. So ein richtiger Oma Magnet. Wie kann man da nur genervt von sein? Genieße diese einmaligen Momente! Später wirst du darüber lachen können."

Und das Teufelchen sagt: " Dieser kleine (B)engel! Er weiß ganz genau mittlerweile, wie er dich auf die Palme bringt oder wie er ein Stück Schokolade bekommt. Klimpert einmal mit seinen Augen und zack. Da ist es schon um dich geschehen. Du musst stark bleiben Kamerad!".

Ja ja, so oder so ähnlich läuft das dann in meinem inneren ab. Meistens bin ich aber sehr geduldig und versuche gelassen zu wirken. Klappt natürlich auch nicht immer. Gestern war aber der Höhepunkt erreicht und ich stand etwas ratlos da. Folgende Situation spielte sich ab:

Ich wollte Jonas fertig machen, damit wir das schöne Wetter genießen konnten. Immerhin waren es 25 °C draußen. Ich informierte ihn, das er jetzt eine neue Pampers bekommt und frische Sachen anzieht. Doch ich kam nicht einmal dazu, ihn auszuziehen. Er lief panisch vor mir weg und rief "Nein,Nein,Nein". Ich versuchte zu erklären, daß seine Pampers ganz schön voll sei und wir jetzt was tolles unternehmen wollen. Doch das interessierte ihn nicht. Er schob mehrmals meine Hand weg und es war nichts zu machen. Ich ließ ihn in ruhe und versuchte es später noch einmal. Doch das Theater ging von vorne los. Nach einer Stunde war meine Geduld am ende und es ging alles nur unter Protest. Kaum hatte er die kurze Hose an, wurde wild gebrüllt. Er war wohl überhaupt nicht damit einverstanden und zog sie sich wieder aus. Wieder versuchte ich zu erklären, warum er die jetzt anziehen soll. Doch es kam nur "Nein, Nein, Neeeeiiinnn Mama!". Ich gab auf, er bekam eine lange Hose an und das Gebrüll hörte sofort auf.  Mit den Schuhen war es genau das selbe. Ich wollte ihm die Sandalen anziehen. Doch keine Chance! Es mussten seine Winterschuhe sein. Na klasse. Und als wäre das nicht schon genug, wollte er natürlich noch seine Jacke anziehen. Für ihn war somit die Welt in Ordnung und er nahm mich an die Hand und zeigte auf die Haustüre. Er war also bereit raus zu gehen. Tja, so war es dann auch. Die Leute haben schon etwas blöd geguckt. Die Mutter zieht ne kurze Hose und T-Shirt an und das arme Kind wird angezogen, als wenn es 5 °C draußen sind. Ich hatte schon ein schlechtes gewissen. Hätte ich mich vielleicht doch durchsetzten sollen? Ich weiß es nicht. Natürlich soll er seine eigenen Erfahrungen machen und so viel wie möglich ausprobieren. Aber wo ist die Grenze? Ja, manchmal weiß ich es nicht. In solchen Momenten zweifle ich an mir und meinen Vorstellungen, meinen Sohn zu " erziehen". Ich bin schließlich auch nur ein Mensch und an diesem Tag, hat es mir wirklich gereicht, geduldig zu sein. 

Haben Eure Kinder auch diese Phase durchgemacht? Wie habt ihr in solchen Situationen reagiert? 

Sonntag, 17. April 2016

"Das bisschen Haushalt, macht sich von allein..."

Ich mag meinen Job, aber...

Ich hatte euch ja hier schon mal erzählt, das ich seid einigen Jahren in der Pflege tätig bin. Bevor ich Mutter wurde, war mein Job auch mein Lebensinhalt. Es macht mir nach wie vor sehr viel Spaß und etwas anderes zu machen, kann ich mir nicht so wirklich vorstellen. Nun bin ich seid über einem Jahr wieder Arbeiten und zwar nur an den Wochenenden und Feiertagen. Leider ist es anders noch nicht zu regeln und die Arbeitszeiten sind auch nicht gerade Familienfreundlich. Denn welche Mutter möchte ihr Kind schon Nachts um fünf, oder noch früher, aus dem Bett reißen. Also ich nicht. Und da ich auch gerne etwas zum Familienunterhalt beitragen möchte und zu meinem Wohlergehen, haben wir uns für dieses Modell entschieden. 

Was zur Hölle fällt ihnen manchmal ein???

Nun kommen wir mal zu meinen netten Arbeitskollegen. Also zumindest ein paar von ihnen. Ich schätze sie wirklich sehr. Man kann wirklich super mit ihnen Arbeiten, lachen und auch mal über persönliche Dinge reden. Doch, an manchen Tagen, weiß ich wirklich nicht was mit ihnen los ist. Jeder von uns hat mal einen schlechten Tag oder vielleicht die Mens. Aber was zur Hölle fällt ihnen manchmal ein zu behaupten, das ich den ganzen Tag nichts zu tun hätte? Da fällt mir gleich dieses Lied hier ein, " Das bisschen Haushalt, macht sich von allein....".  Und dieser Satz kommt nicht nur von " Kinderlosen", nein auch von Kollegen mit Kindern! Aber dann sind sie meistens schon erwachsen und anscheinend haben sie die frühe Kindheit ihrer Kinder vergessen oder verdrängt. Denn jede Mutter die ein Kind zwischen 0-3 Jahren(oder älter) hat weiß, wie schön und anstrengend es manchmal sein kann. Und es ist weiß Gott nicht nur Pampers wechseln, füttern und schlafen angesagt. Gerade in dem Alter wo sich mein Sohn jetzt befindet, wird einem als Mutter viel mehr abverlangt. Ich würde mal behaupten, manchmal sogar mehr als im Job.

Von wegen nichts zu tun!

Manchmal kann ich nicht mal mehr alleine auf Toilette gehen. Während ich gerne ungestört mein Geschäft erledigen möchte, holt mein Sohn seine komplette Autosammlung dazu und spielt Währenddessen. An manchen Tagen, da gibt es nur Mama und mein Sohn klebt mir regelrecht am Bein und wehe der Papa will ihn dann anfassen oder geschweige denn ins Bett bringen. Oohhh. Dann ist hier was los. Manchmal darf ich nicht mal den Raum verlassen, dann wird schon gebrüllt. Wie viel Nächte war ich schon wach mit meinem Sohn, egal aus welchen Gründen und hätte gerne mit meinem Mann getauscht, der seelenruhig im Bett lag und den Schlaf der gerechten schlief. Wie oft kam ich einfach nicht zum essen oder trinken. Momente in denen ich von saftigen Hamburgern geträumt habe, weil ich so einen Hunger hatte. Wie oft hatte ich Angst um meinen Sohn, wenn er sich weh getan hat und das Blut nur so lief. Bald lädt uns der Kinderarzt zum essen ein. Wie oft schmeißt sich mein Kind mittlerweile auf den Boden, nur weil er nicht das 1000ste Auto von mir bekommt. Wie oft durfte ich mir von fremden Menschen Erziehung Tipps anhören. Dieses ständige eingreifen in unsere Privatsphäre ist wirklich nervig. An vielen Tagen ruft, nein schreit mein Haushalt regelrecht nach mir. Das Bad will glänzen, die Wäsche will gewaschen werden,die Küche will aufgeräumt werden. Tja, ist oft aber leider nicht drin. Denn wenn man die Wahl zwischen aufräumen und Couch hat, muss man ja nicht lange drüber nachdenken oder?! Wie oft habe ich mir Dinge vor genommen und dann bekam mein Sohn plötzlich Durchfall. Shit Happens! Dann ein anderes mal. Ich könnte nun noch tausend andere Dinge aufzählen, aber mal ehrlich, das soll keine Arbeit sein? Es ist Schön, aber auch sehr wohl anstrengend und Arbeitsreich!


Viele Gespräche auf der Arbeit fangen dann meist so an:

"Hallo Sonja, du siehst müde aus."
"Bin ich auch, wir waren die halbe Nacht wach mit dem kleinen." 
" Tja, du hast es dir ja so ausgesucht, also Jammer auch nicht." 
" Das hab ich auch. Aber sag mal, hast du mir nicht letzte Woche noch erzählt, das dir die Knochen weh tun von der ganzen Arbeit hier? Tja, du hast dir den Job ausgesucht, dann Jammer auch nicht! Ruhigen Dienst noch."

So oder so ähnlich laufen dann manche Gespräche ab und ich bin immer wieder entsetzt darüber, wie wenig die Mutterrolle wert geschätzt wird. Oder besser gesagt, das gegenseitige Verständnis. Aber ich lass es dann meist gut sein, denn ich möchte niemanden bekehren oder meine Meinung aufzwingen. Und auf Stress hab ich auch keine Lust.

Ein bisschen "Jammern" darf doch jeder mal

Ich möchte wirklich keinen Orden dafür, was ich als Mutter so leiste. Und ja, ich habe es mir selber ausgesucht. Und ich möchte auch mit niemandem auf dieser Welt tauschen! Doch ein wenig Respekt ist doch nicht zu viel verlangt. Niemand steckt in meiner Haut oder lebt mein leben. Genau so, ist es auch anders herum. Ich respektiere es auch, wie die Lebensumstände anderer sind. Egal ob Kinder vorhanden sind oder nicht. Jeder darf sich mal über den Job beklagen oder eben auch mal über seine Kinder. Da ist nichts verwerfliches dran und völlig normal. Doch im Endeffekt, lieben wir doch unseren Job und auch unsere Kinder. Egal wie anstrengend es manchmal ist. Und ich finde, das ein wenig "Jammern" auch mal erlaubt sein sollte. Denn am nächsten Tag, sieht die Welt schon wieder anders aus.




Donnerstag, 7. April 2016

Und täglich grüßt das Murmeltier

3.45 Uhr
"Mamaaaaaa!Mamaaaaaa!Mamaaaaaa!" Das ganze geht so lange, bis ich die Tür zum Kinderzimmer auf mache. Und dann sehe ich dort mein Kind im Bett stehen. In der linken Hand seinen Otter und in der rechten Hand sein Kissen. Dann streckt er mir seine Arme zu und möchte, das ich ihn mit zu uns in Bett nehme. Dies tue ich dann natürlich auch und wir legen uns dann gemeinsam ins Bett und kuscheln.

4.15 Uhr.
An Schlaf ist weiterhin nicht zu denken und mein Kind wälzt sich im Bett hin und her. Ab und zu kommt dann mal eine Hand in mein Gesicht geflogen. Ich versuche ein zu schlafen.

4.30 Uhr.
Nun ertönt ein leises grumeln vom anderen Ende des Bettes. Der Papa ist wach! Ich schaue auf mein Handy um zu sehen, wie spät es ist. Oh oh. Eine halbe Stunde weniger Schlaf für den Papa, denn sein Wecker klingelt um 5 Uhr. Jetzt sind wir alle wach.

4.45 Uhr.
Das herum gewälze von meinem Kind wird immer mehr und so langsam möchte ich einfach nur noch schlafen! Doch irgendwie klappt es bei uns beiden nicht so wirklich. Es wird sich in alle Himmelsrichtungen gedreht und zack, hab ich seine Füße im Gesicht.

4.50 Uhr.
Ich versuche es jetzt mal mit einem Hörspiel. Diesmal musste Benjamin Blümchen dran glauben. Und tatsächlich! Mein Kind wird ruhiger und schläft wirklich ein. Toll! Nur ich liege immer noch wach im Bett.

5.00 Uhr.
Ich döse langsam ein. Doch was ist das für ein Geräusch? Der Wecker klingelt! Ja super. Das wird dann wohl nichts mehr mit dem schlafen.

5.20 Uhr.
Der Wecker klingelt erneut. Der Papa scheint wieder eingeschlafen zu sein. Schön für ihn. Und da ich schon mal wach bin, schmeiße ich ihn gleich mal aus dem Bett, bevor er noch zu spät zu Arbeit kommt.

5.30 Uhr.
Der Papa steht auf und geht in die Küche. Ich höre wie er sich einen Kaffee macht. Da hätte ich jetzt auch Lust drauf. Doch ich bleibe neben meinem schnarchenden Kind liegen. Vielleicht klappt es ja doch noch mal mit dem einschlafen.

6.00 Uhr.
Ich höre wie mein Mann im Badezimmer rum wuselt und ich bin immer noch wach. Ich nehme mir mein Handy und durchforste Facebook und Instagram. Selbst dort wird noch geschlafen.

6.30 Uhr.
Mein Mann verlässt das Haus und macht sich auf den weg zur Arbeit. Ich fange an, diesen Text zu schreiben. Jetzt ist es eh zu spät zum schlafen.

7.04 Uhr.
Mein Kind wird langsam wach und strahlt mich mit einem dicken lächeln an! Was gibt es schöneres? Es werden Küsschen verteilt und jetzt strahle auch ich über beide Ohren.

7.13 Uhr.
Mein Kind zieht sich den Schlafsack aus und stürmt in sein Kinderzimmer. Er kommt mit einem Auto wieder, hält es mir vor mein Gesicht und zieht mir die Bettdecke weg. Zeit zum aufstehen!

7.30 Uhr.
Es ist Zeit für einen Kaffee und unser Tag beginnt.



Freitag, 18. März 2016

Und wie erziehst du?!

Als Mutter muss ich mir schon einiges manchmal anhören, was die Erziehung unseres Sohnes angeht. Wobei die Bezeichnung Erziehung, bei uns nicht ganz zutrifft. Unser Sohn wird nicht Erzogen. Ja, auch mit seinen 2 Jahren darf er schon eigene Entscheidungen treffen. Es sind die kleinen Dinge,die er Entscheiden darf, die für ihn aber von großer Bedeutung sind. Wie zum Beispiel, aus welchem Becher er trinken möchte oder welche Farbe sein Löffel hat, von dem er gerne Essen will. Ich schreibe ihm nicht vor, auf welchem Stuhl er sitzen soll. Er darf sich aussuchen, wer ihn abends ins Bett bringt. Er darf aktiv mit entscheiden und daran werde ich auch fest halten. Niemals werde ihm meinen Willen auf zwängen, nur weil ich manche Dinge gerne anders hätte. Ich Respektiere seine Entscheidungen und unterstütze ihn dabei, wenn es mir möglich ist. Sätze wie " Er hat noch nichts zu wollen/Entscheiden" oder " Du musst das machen, was Mama und Papa sagen" gehen mir gehörig auf die Nerven! Ich verstehe es manchmal einfach nicht, warum Kinder meistens so klein gehalten werden. Warum dürfen sie keine eigene Meinung haben? Oder eigene Entscheidungen treffen? Wie sollen sie denn da gut auf das Erwachsenen Leben vorbereitet werden? Ich lasse meinen Sohn so viel experimentieren, erforschen und "Blödsinn" machen wie er es möchte, solange er nicht ernsthaft in Gefahr ist. Oft bekomme ich dafür ein Augenrollen oder den Satz " Das ist aber nicht gut für dein Kind. Irgendwann tanzt er dir auf der Nase herum". Was viele aber nicht verstehen ist, das mein Sohn mir nicht gehorchen muss! Diese Erziehungsmethode ist für mich ziemlich veraltet und wird bei uns nicht praktiziert! Auch das Nein meines Sohnes wird akzeptiert und respektiert. Wenn er etwas nicht mag, dann ist es okay für mich. Natürlich kommt es darauf an, was es ist. Denn auch hier gibt es nicht nur Freiraum, sondern auch Grenzen und Regeln. Dazu aber später mehr.


Viele bezeichnen meine Erziehung Stil als lasch und inkonsequent. Aber das bin ich ganz und gar nicht. Ich erlaube meinem Sohn viel, damit er seine eigenen Erfahrungen machen kann. Denn nur so bekommt er ein Gespür dafür, was richtig und was falsch ist. Oder was gut für ihn ist oder nicht. Er darf sich ausprobieren und seine Grenzen austesten. Das geht manchmal wirklich an meine Substanz und ist sehr anstrengend, für uns beide. Wir sind zwei vom selben schlag, wie man so schön sagt. Er hat einen genau so großen dickschädel wie ich und möchte oft mit dem Kopf durch die Wand. Momentan ist es so, das mein Sohn wirklich alles austesten möchte. Doch wie oben schon geschrieben, gibt es bei uns durchaus Regeln. Wie zum Beispiel, mein Sohn geht mit mir an der Hand, wenn wir an viel befahren Straßen lang gehen. Dies akzeptiert er nun nicht mehr und möchte dies alleine tuen. Da mir das aber wirklich zu riskant ist, gibt es da nichts zu verhandeln. Mein Sohn ist mittlerweile so blitzschnell, das ich manchmal gar nicht so schnell reagieren kann. Und damit kein größeres Unglück passiert, ist das eine Regel für ihn. Manchmal dauert es bis zu einer Stunde, bis er aufgibt und mir seine Hand reicht. Und diese Szenen sind bei uns mittlerweile an der Tagesordnung. 


Eine weitere Regel wäre, ich dulde keine Gewalt. Weder gegen Mensch noch Tier. Es wird nicht geschlagen, gebissen, gekratzt oder etwas mutwillig zerstört. Da muss ich sagen, das dies bisher selten vor kam. Die letzte Regel ist, wir respektieren uns und unsere Meinungen! Auch mein Sohn muss mal ein Nein akzeptieren. Es geht nicht immer alles nach seinem Tempo, denn wir als Eltern haben auch Bedürfnisse und Wünsche die er respektieren muss. Wie ihr seht, sind es nicht viele Regeln, aber für mich sind es die Wichtigsten. Ich möchte zum Schluss noch eines sagen, dies ist nur meine persönliche Meinung und " Erziehungs Stil". Das heißt nicht, das andere Mütter besser oder schlechter sind, was die Erziehung angeht. Ich weiß das dies immer wieder ein heikles Thema ist und die Meinungen da weit auseinander gehen. Jeder von uns hat andere Werte und Vorstellungen davon, seine Kinder zu erziehen.




Was sind denn eure Werte und Vorstellungen, bei der Erziehung? Müsst ihr euren Erziehungs Stil auch oft vor anderen erklären/rechtfertigen? 

Mittwoch, 17. Februar 2016

Wir haben einen Kita Platz!

Lange haben wir darauf gewartet und nun ist es offiziell. Ab August 2016 wird unser Sohn in den Kindergarten gehen. Ein neuer Lebensabschnitt fängt dann an.Nicht nur für unseren Sohn, nein, auch für uns wird dies eine große Umstellung sein. Eine Positive hoffen wir. Bald gibt es nicht nur Mama und Papa die ihn behüten und beschützen. Demnächst wird es noch weitere Menschen in seinem Leben geben, die dies tun werden, ihn trösten und die Welt erklären. Er wird viele neue eindrücke erleben und neue Freundschaften knüpfen. Er wird lernen, nicht immer die Nummer eins zu sein und sich in Geduld üben müssen. Auch die " Trennung" von mir, wird wahrscheinlich nicht ganz einfach werden. 

Doch auch wir, insbesondere ich als Mama, werde auch sehr viel lernen müssen.Ich muss genau wie mein Sohn, vertrauen haben zu den Menschen, denen ich mein Kind anvertrauen werde. Ich muss lernen, das ich nicht mehr die einzige sein werde, die ihn tröstet, wenn er sich weh getan hat.  Ich muss lernen, mein Kind ein Stück weit " los zu lassen" und er seine eigenen Erfahrungen machen kann.  Doch ich versuche das ganze auch positiv zu sehen. Ich werde wieder etwas mehr Zeit für mich haben und somit kann ich etwas mehr Arbeiten gehen.Da freue ich mich schon ein wenig drauf, denn ich liebe meinen Job. Ich habe die 2 Jahre wirklich sehr genossen mit meinem Sohn. Alles richtete sich nach ihm und seinen Bedürfnissen.Manches mal, habe ich auf Dinge verzichtet. Freiwillig! Ich wollte die ersten Male mit ihm zusammen erleben und ich bin überglücklich darüber, das ich dieses Privileg genießen konnte. Wir beide konnten viel voneinander lernen, haben gelernt uns zu vertrauen. Wir haben viel zusammen gelacht, aber auch geweint. Mein " Baby " ist so schnell groß geworden und ich weiß nicht wo die Zeit hin ist. Und jetzt, wo ich es schwarz auf weiß habe, wird mir doch ein wenig mulmig zumute.Aber ich denke, ich bin nicht die einzige Mutter der es da so ergeht. Ich gehe auf jeden Fall positiv  an die ganze Sache ran und bin sehr gespannt darauf, was auf uns zu kommt. Bis es aber soweit ist, genießen wir noch etwas die Zeit und freuen uns auf das was kommt.




Donnerstag, 28. Januar 2016

Ich nenne meinen Sohn liebevoll " Rocky Balboa"

Gestern war mal wieder so ein Tag, an dem mein Sohn seine fünf Minuten hatte. Beziehungsweise, diese zogen sich durch den ganzen Tag. Er ist generell kein ruhiges Kind und hat immer sehr viel Power, was auch überhaupt nicht schlimm ist. Das wäre ja sonst auch viel zu langweilig. Doch vielleicht kennt ihr diese Speziellen Tage, wo ein Unglück nach dem anderen passiert. Bei uns fing es mal wieder beim Frühstück an. Mein Sohn aß genüsslich seine Froot Loops und ich mein Butterbrot. Doch wie es meistens so ist, gab er sich nicht nur mit seinem Essen zufrieden, sondern wollte auch eine Scheibe Brot essen. Er beugte sich über den Tisch um an das Marmeladenglas zu kommen und zack, da lag die klebrige Maße auf dem Boden. Da war das Geschrei groß und es konnte wieder mal nicht schnell genug gehen. Er stand auf um seine Froot Loops zu retten und ich wollte ihm helfen. Doch da knallten unseren Köpfe schon aneinander. Autsch! Zwei dick Schädel trafen aufeinander und ich weiß nicht, wem es mehr weh getan hat. Solche "Unfälle" standen gestern auf der Tagesordnung und wir beide hatten mehr als genug Blaue Flecken am Körper davon getragen.

Das  mein Sohn eine unglaubliche Kraft hat, das wusste ich schon, als er noch in meinem Bauch war. Ich bin wirklich immer wieder erstaunt, wo er das alles her holt. Später kann ihm das vielleicht noch zu gute kommen, denn in der heutigen Zeit, braucht man ganz schön Biss um weiter zu kommen. Also sehe ich das ganze Sportlich und hoffe, das er es irgendwann mal Positiv einsetzt. Oder ich berufe mich einfach auf den Satz meiner Mutter " Um so Aktiver die Kinder am Anfang ihres Lebens sind, um so ruhiger werden sie dann später, wenn sie mal älter sind" . Ihr Wort in Gottes Ohr!

Ich versuchte also das beste aus dem Tag zu machen und hoffte, das weiter nichts schlimmeres mehr passierte. Aber da hatte ich mich wohl zu früh gefreut! Der Abend brach an und Jonas war einfach nicht müde zu bekommen. Er war so was von aufgedreht, das er überhaupt nicht mehr zur ruhe kam. Man hätte meinen können, wir wären gestern bei Willy Wonka in der Schokoladenfabrik gewesen und hätten uns durch die ganzen Leckereien gefuttert und einen Zuckerschock davon getragen. Aber dem war nicht so. Egal was wir gestern unternommen haben, seine Power Anzeige war durchgehend Grün. So gegen 18.00 Uhr, versuchten wir dann, die Spielerischen Aktivitäten etwas ruhiger zu Gestalten. Doch da hatte Jonas mal überhaupt keine Lust zu. Er rannte, sprang und schrie durch die Wohnung was seine Energie her gab. Keine Anzeichen von Müdigkeit! Puh! Was zur Hölle war nur los? Um 19.20 Uhr gingen wir alle ins Bad, um uns Bett fertig zu machen. Das Kinderzimmer war schon abgedunkelt, sein Lieblings Hörspiel war bereit gehört zu werden und wir hofften auf den gewünschten Erfolg. Tja, was soll ich sagen, an Schlaf war keine Sekunde zu denken und somit verging eine ganze Stunde. Ich versuchte ihn irgendwie zu beruhigen, machte das Hörspiel wider aus und streichelte ihn sanft. Ich sang ihm leise etwas vor, doch es brachte alles nichts. Also holte ich ihn wieder aus dem Bett und wir Spielten noch eine Runde.

Das ganze ging wieder von vorne los! Er sprang, lief und kreischte durch die Wohnung und war glücklich. Irgendwann wird er schon müde werden! Oder auch nicht. Wir tobten also noch etwas, in der Hoffnung, das er auch irgendwann mal ein paar Anzeichen von Erschöpfung zeigte. Um 21.30 Uhr fing er an sich die Augen zu reiben. Ich nutzte die Gelegenheit und versuchte mein Glück erneut. Ich brachte ihn wieder ins Bett und Jonas wollte, das ich mich mit ihm hinlege. Sein Wunsch wurde natürlich erfüllt und so legte ich mich mit in sein Bett. Ich schloss die Augen um ihm zu Signalisieren, das ich jetzt auch schlafen würde. Erst dachte ich, es würde klappen. Er kuschelte sich an mich und so lagen wir dann ein paar Minuten. Ich war mittlerweile schon kurz vor dem Einschlafen und Jonas setzte sich auf einmal hin und ließ sich mit alles Kraft nach hinten fallen.
Zu Blöd nur, das er genau auf meinem Gesicht gelandet ist und ich dachte, das ich einen Zahn verloren hätte! Ich stürmte aus dem Zimmer und merkte schon, das mir Blut die Lippe hinunter lief. Der Papa kam aus dem Wohnzimmer und fragte was los sei. Mein Blick reichte ihm als Antwort und somit brachte er Jonas zum schlafen. Autsch! Das tat verdammt weh! Ich sah in kurzer Zeit aus wie Dolly Buster und meine Oberlippe schwillte ins unermessliche an. Ich kühlte es sofort und der Schmerz ließ etwas nach. Mein kleiner Rocky Balboa hat es geschafft, den Tag perfekt zu beenden. Kurze Zeit später schlief er friedlich und wir lachten uns über meine Dicke Lippe schlapp :)




Freitag, 22. Januar 2016

Immer kommt etwas dazwischen! Ein Magen-Darm Infekt zum Beispiel

Das neue Jahr geht genau so weiter, wie das alte Jahr aufgehört hat. Jonas ist mehr krank wie gesund und ich komme einfach zu nichts. Alles bleibt im Moment auf der Strecke. Der Haushalt wird nur halb erledigt, das Bloggen ist momentan fast gar nicht möglich und irgendwie ist für nichts Zeit. Wir verbringen die letzten drei Monate mehr beim Kinderarzt, als Zu hause. Ich wusste ja das Kinder sehr oft krank sind, aber das es so oft ist, war mir nicht bewusst. Dabei geht Jonas noch nicht mal in den Kindergarten. Gestern stand dann mal wieder Durchfall und erbrechen auf dem Programm und mal wieder ein Besuch beim Kinderarzt. Da freue ich mich immer riesig drauf. Stunden im Wartezimmer zu verbringen und darauf zu hoffen, das wir schnell dran sind. Ich bete nur dafür, das diese krank Phase endlich mal ein Ende hat und wir wieder ganz viele tolle Dinge zusammen unternehmen können. 

Beim Kinderarzt angekommen, war es natürlich mehr als voll und es gab nicht einmal einen freien Sitzplatz. Gott sei dank mussten wir nicht all zu lange warten und das ohne Termin. Normalerweise ist das nicht die Regel. Die Ärztin untersuchte Jonas und wie ich es schon vermutet hatte, ist es eine Magen-Darm Infektion. Sie gab uns etwas für die Übelkeit mit und schon waren wir fertig. 

Zu hause gab ich Jonas gleich etwas gegen den Brechreiz und es wurde langsam besser. Ich gebe Jonas eigentlich nicht so schnell Medikamente, wenn es nicht zwingend notwendig ist, aber ein Kleinkind dazu zu bewegen, in den Eimer zu brechen, hat bei mir nicht funktioniert. Außerdem hat er sich so gekrümmt vor Bauchschmerzen, das ich beschlossen habe, ihm das Zäpfchen zu geben, damit er sich mal erholen kann. 

Die Übelkeit wurde also besser, nur der Durchfall hört irgendwie nicht auf. Einen kleinen Spaziergang können wir uns auch sparen, denn es läuft und läuft. Somit gibt es hier Schonkost und Jonas nimmt es dankend an, denn mehr bekommt er einfach nicht runter momentan. ein hoch auf den Erfinder von Zwieback! Wir verbringen die Zeit nun mit malen, Büchern und seinen Lieblings Autos und hoffen das es schnell wieder besser wird und ich auch ein bisschen zeit zum schreiben finde. 

Liebe grüße Sonja



Samstag, 7. November 2015

Eine Hochzeit steht bevor .... Und unser erster Familien Urlaub

Seid ein paar Tagen sind wir fleißig am Planen und freuen uns schon riesig auf das was kommt , denn nächstes Jahr steht ein großes Ereignis an .Sehr gute Freunde von uns sind nun seid etwa einem Jahr Verlobt und haben vor kurzem verkündet , das es nächstes Jahr soweit ist . Sie geben sich das JA Wort ! Wir freuen uns sehr für die beiden und sind sehr gerührt , das wir an ihrem großen Tag dabei sein dürfen . Mein Freund wird einer der Trauzeugen sein und ist total Happy darüber . Es wird eine Standesamtliche Trauung geben und eine freie Trauung . Soweit ja erstmal nichts ungewöhnliches .

Die Standesamtliche Trauung wird nächstes Jahr im Sommer  in Hamburg statt findet . Juhu ! Da freue ich mich schon wahnsinnig drauf , denn dies können wir dann auch  super als kleinen Familien Urlaub Planen . Wir waren ja diesen Sommer schon zur Taufe von ihrem Sohn dort eingeladen . Es war zwar heiß , aber wirklich schön . Es ist einfach eine tolle Stadt und wir würden nächstes mal einfach gerne etwas mehr davon sehen . Wir haben uns auf jeden Fall vorgenommen , das wir das dann nachholen werden .

So , und jetzt kommen wir zur freien Trauung . Haltet euch fest ! Ihr werdet mir niemals glauben wo die stattfinden wird . Zuerst muss ich euch sagen , das das zukünftige Brautpaar , nicht in Deutschland wohnt . Sie wohnen jetzt seid knapp zwei Jahren in Jakarta / Indonesien . Das allein ist schon ein mega Highlight für mich. Die zwei haben sich dazu entschlossen auf Bali eine freie Trauung zu machen ! Ist das nicht der Wahnsinn ?! Und wir sind eingeladen . Als ich das gehört habe , ist mir fast das Herz stehen geblieben. Ich bin in meinem ganzen Leben noch nie geflogen . Oh mein Gott . Ich habe solche Angst davor . Aber wann kommt man schon mal so nach Bali ?Wir werden dann dort nicht nur eine Traumhafte Hochzeit erleben , nein , wir machen gleich einen Familien Urlaub daraus . Denn so schnell werden wir dort nicht mehr hin kommen. Das ganze wird dann nächstes Jahr im September sein und bis dahin ist noch eine menge zu erledigen . Jonas und ich besitzen nicht einmal einen Reisepass und der vom Papa ist dieses Jahr abgelaufen . Das heißt , jeder von uns braucht einen gültigen Reisepass. Natürlich müssen wir uns alle beim Arzt durch Checken lassen und ganz besonders Jonas . Ich muss mich erstmal über alles genau Informieren und was wir beachten müssen , wenn wir in solch ein Land einreisen . Und dann hoffe ich natürlich , das Jonas den Flug gut meistert . Denn alles in allem sind wir dann 17 Stunden unterwegs . Das ist nicht ohne . Vielleicht hat der ein oder andere ja ein paar Tipps für mich , was das Thema Reisen mit Kindern angeht . Ich wäre für jeden Tipp sehr dankbar !





Mittwoch, 21. Oktober 2015

Sag doch mal .....

" Sag doch mal ...... Auto !? " Dieser Satz ist im Moment sehr beliebt bei uns . Egal wo wir mit Jonas unterwegs sind , kommt dieser eine Satz . Ständig verlangen andere Menschen , das unser Sohn Wörter und Sätze nach spricht , obwohl er selber noch überhaupt kein Interesse daran hat es zu tun . Wenn die gewünschte Reaktion dann nicht zurück kommt heißt es meist  " Wie? Er kann immer noch nicht Sprechen ? Das sollte euch aber zu denken geben . Das liegt bestimmt daran , das er noch nicht in den Kindergarten geht . " Oder " Er hat bestimmt zu wenig Kontakt mit anderen Kindern , das solltet ihr aber schleunigst ändern , sonst spricht er ja niemals ". Diese Sätze bringen mich wirklich zur Weißglut ! Ich muss jedes mal aufpassen , nicht gleich aus der Haut zu fahren. Ich versuche mich immer wieder zu erklären , doch ich merke , das bringt nichts . Für andere ist unser Sohn schon viel zu spät dran mit seinen 21 Monaten , was das Sprechen angeht . Und überhaupt , wissen andere es ja sowieso immer besser . Warum versuchen die Menschen einem immer und immer wieder ein schlechtes Gewissen zu machen oder einen zu beunruhigen ? Im Grunde ist es mir ja egal , was andere sagen oder denken . Aber natürlich gehen solche Momente auch nicht immer Spurlos an mir vorbei . Manchmal zweifle ich dann doch an mir und meinen Qualitäten als Mutter . Ich frage mich dann ganz oft " Gebe ich auch wirklich alles für mein Kind ? " . Und ich hasse solche Tage , an denen ich mich so verunsichern lasse . Denn tief in mir drin weiß ich , das ich alles genau richtig mache und einfach nur auf mein Mutterherz höre . Früher war Früher und Heute ist nun mal Heute . Viele verstehen wohl auch nicht , das jedes Kind anders ist . Ein Individuum.  Der eine kann früher Laufen und der andere Früher Sprechen. So ist es nun mal .


"Das liegt bestimmt daran das er noch nicht in den Kindergarten geht .... " 

Nein , unser Sohn geht noch nicht in den Kindergarten . Wir haben uns bewusst dafür entschieden , das er erst mit zwei Jahren dort hin gehen soll . Wir wollten diejenigen sein , die sehen wollten , wie er anfängt zu krabbeln , seine ersten Schritte macht . Wir wollten auch die ersten sein , die seine ersten Worte hören. Und es ist ja nicht so , das er nichts sagen kann . Er spricht hervorragend Mama und Papa aus. Klar und deutlich . Dies zeigt uns , das er es sehr wohl kann und wir uns keine Sorgen machen müssen. Wir vertrauen unserem Sohn und er wird irgendwann anfangen zu Sprechen. Aber in seinem Tempo ! Und nicht , wie wir es als Erwachsene gerne hätten.

" Er hat bestimmt zu wenig Kontakte mit anderen Kindern.... "

Unser Sohn hat auch genug Sozialkontakte zu anderen Kindern. Meist sind es Gleichaltrige aber auch schon mal etwas ältere Kindern . Jonas hat überhaupt keine Defizite was das angeht . Er genießt es jedesmal mit anderen Kindern zu spielen , zu toben und zu lachen . Wir haben es gestern erst wieder gesehen. Jonas und ich waren gestern Nachmittag eine Arbeitskollegin besuchen . Ihre Tochter ist jetzt zweieinhalb Jahre alt . Es ging sofort los bei den beiden . Sie liefen sich hinterher und quietschten was das Zeug hielt . Die zwei und auch wir Muttis hatten einen Riesen Spaß . Jonas "Unterhielt " sich auch mit ihr . Natürlich keine Worte , aber ich denke , so fängt es doch an . Erst wird gebrabbelt und dann irgendwann kommen die ersten Worte und Sätze .

"Wir unterstützen unseren Sohn , wo wir nur können " 

Natürlich unterstützen wir unseren Sohn auch dabei , seine Sprache zu entwickeln . Allerdings muss ich sagen , das das Vorlesen noch überhaupt nichts für ihn ist . Er liebt zwar Bücher über alles , aber meistens Interessieren ihn mehr die Bilder die er sieht , als das was ich ihm da Vorlese . Er zeigt es aber auch ganz deutlich , das er das nicht möchte . Also werden vorerst " nur " Bilder angeschaut und ich sage ihm , was es ist . Es gibt aber auch etwas , was Jonas ganz besonders gefällt . Das Singen. Musik und auch das Singen , findet Jonas große Klasse ! Hier werden täglich tolle Kinderlieder ,wie zum Beispiel "Die Jahresuhr " gesungen und auch mitgetanzt . Ich möchte einfach , das unser Sohn Freude daran hat , das Sprechen zu lernen. Es soll auf keinen Fall zum zwang werden , noch soll er das Gefühl haben , das er damit unter Druck steht .

Mein Motto ist deshalb

 Der Weg ist das Ziel ( Konfuzius )